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Kein anderes Werkzeug hat in den letzten Jahren so viele Werkstattschublade erobert wie der Oszillierer, oft auch Multifunktionswerkzeug oder Multi-Cutter genannt. Er sägt, schneidet, schleift, raspelt und schabt – und das platzsparend genau dort, wo keine Kreissäge hinkommt. Doch gerade Einsteiger stehen vor demselben Problem: Welches Zubehör gehört eigentlich auf die Maschine, und was bedeutet dieses Starlock ständig? Dieser Guide erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Ihr Multifunktionswerkzeug richtig einsetzen – von der ersten Tauchsäge bis zur sauber geschliffenen Hohlkehle.
Anders als eine Stichsäge bewegt sich das Blatt eines Oszillierers nicht auf und ab, sondern schwingt in einem sehr kleinen Winkel hin und her – typisch sind nur wenige Grad. Das klingt unspektacular, hat aber zwei entscheidende Vorteile: Die Maschine ruckt nicht, weil sie das Werkstück nicht wie eine Säge anzieht, und Sie können exakt eintauchen, also mitten in eine Fläche hineinschneiden – ideal für Türblätter, Aussparungen, Fugen oder Nebeneinander von Leitungen in der Wand.
Der Haken: Ein Oszillierer ist nur so gut wie sein Zubehör. Wer mit dem falschen Blatt arbeitet, verbrennt es in Minuten. Deshalb lohnt es sich, die Zubehörlogik einmal sauber zu verstehen – und die beginnt bei der Aufnahme.
Starlock ist ein herstellerübergreifender Standard für die Werkzeugaufnahme. Das Zubehör sitzt nicht verschraubt auf einem Stift, sondern wird über einen Wellen-Stern-Passung einfach aufgesetzt – abnehmen geht per Knopfdruck, ohne Alt-Bits und ohne Schraubenzieher. Für Einsteiger bedeutet das: Blatt wechseln dauert Sekunden, auch Handschuhe und leicht verschwitzte Hände sind kein Hindernis.
Drei Stufen sollten Sie kennen:
Wichtig zu wissen: Abwärtskompatibel ist alles. Ein StarlockPlus-Blatt läuft auf einer Starlock-Maschine, nur eben mit weniger Kraftübertragung. Umgekehrt passt ein reines Starlock-Blatt auch auf eine Max-Maschine. Wer unsicher ist, welches Zubehör auf seinen Oszillierer passt, wirft am besten einen Blick auf die Farbcodierung am Blattpaket – sie verrät die Aufnahmeklasse auf einen Blick.
Multifunktionswerkzeug-Zubehör folgt einer klaren Logik. Diese vier Kategorien decken 90 Prozent aller Anfängerprojekte ab:
Der Klassiker. Bi-Metall-Verzahnung (HSS-Zähne auf flexiblem Grundblatt) verzeiht auch den einen oder anderen Nagel im Holz. Wer vielseitig starten will, greift zu einem Set statt Einzelblättern – so testen Sie mehrere Breiten und Zahnungen, ohne gleich hunderte Euro zu investieren.
Das FEIN Best of Set ist gerade für Einsteiger interessant, weil es die typischen E-Cut-Varianten bündelt: schmale Blätter für enge Kurven, breite für lange gerade Tauchschnitte. Und ja, das Set passt auch an Bosch-Oszillierer – die Starlock-Aufnahme ist ein offener Standard, das ist genau ihr Sinn. Wer regelmäßig lange, gerade Schnitte setzt (etwa beim Kürzen von Türzargen), ergänzt ein extra breites Precision-Blatt wie das SLP 50x65, das deutlich ruhiger läuft als schmale Alternativen.
Mit einem Schleifteller wird aus dem Oszillierer ein winziger Exzenterschleifer für Stellen, an die kein großer Schleifer herankommt – Fensterscheibenlaibungen, Türfalze, Ecken. Für Einsteiger gilt die goldene Körnungsregel: 60 für Abtrag, 80 für Zwischenschliff, 180 für den Feinschliff. Wer nur ein Set kauft, sollte also mindestens diese drei Körnungen abdecken.
Das 115-mm-Schleifteller-Set von FEIN liefert die drei Kernkörnungen fertig kombiniert, das 50-Blatt-Set erweitert den Vorrat für größere Projekte. Ein echter Geheimtipp für Anfänger ist der Schleiffinger: Die schmale Fingerform kommt in Nuten, Hohlkehlen und hinter Profilämpel – Stellen, wo selbst der 80-mm-Teller zu groß ist. Zusammen mit einem Schneidmesser aus Papier oder Schleifpapier-Bogen lassen sich damit Verputzkanten und Lackübergänge sauber nachziehen.
Wenn's um Sanierung geht, ist das Multifunktionswerkzeug unschlagbar: alte Fliesenkleberrückstände, Spachtelberge, Silikonreste. Dafür braucht es kein Sägeblatt, sondern Hartmetall-Raspeln oder Schaber. Sie arbeiten langsamer, aber kontrolliert – genau das, was Einsteiger brauchen, um nicht ungewollt in den Untergrund zu fräsen.
Drei Empfehlungen, drei Anwendungsfälle: Die Hartmetall-Raspel in Dreiecksform (80 mm) ist das Arbeitstier für Spachtelmasse und hartnäckigen Fliesenkleber. Das Bosch Fliesen-Set bündelt Carbide-Riff-Segmentsägeblatt, Schleifplatte, Schaber und Tauchsägeblatt – praktisch, wenn Sie gleich ein ganzes Badezimmer angehen. Und wenn es richtig hart wird: Das Diamant-Sägeblatt 75 mm segmentiert trennt Marmor-, Epoxidharz- und Trassfugen sauber aus, bevor neue Fugenmasse hineinkommt. Für Marmorfugen und Epoxid-Sanierungen ist das das Blatt, dasProfis setzen.
Der Klassiker schlechthin. Türblatt abschrauben, mit einem Holz- oder Kunststoffstück als Abstandshalter die Zielhöhe anzeichnen, mit langem E-Cut-Blatt waagerecht eintauchen und durchschneiden. Kein Ruck, keine ausgefranste Kante. Danach Kante kurz mit Körnung 180 nachschleifen.
Alte Silikonfuge mit dem Schaber aus dem Set entfernen, hartnäckige Reste mit dem Carbide-Riff-Segment ausfräsen, dann neu abziehen. Mit einem Diamantblatt erledigen Sie zusätzlich haarsträubend harte Epoxidharzfugen in einem Durchgang.
Klemmende Schublade? Ablaufende Möbelkante? Mit dem Schleiffinger kommen Sie in Nuten und Profile, mit dem Tauchsägeblatt setzen Sie präzise Aussparungen für Steckdosen in Möbelrücken – präziser als mit jeder Stichsäge.
Sie brauchen für den Anfang keine Schublade voller Zubehör. Die bewährte Starter-Kombination für Einsteiger ist: ein Sägeblatt-Set mit Bi-Metall für die meisten Schnitthaufgaben, ein Schleifteller-Set mit Körnungen 60/80/180, und für Sanierungsarbeiten ein Hartmetall-Raspel- oder Fliesen-Set. Der Schleiffinger und ein Diamantblatt ergänzen das Paket, sobald konkrete Projekte anstehen.
Der große Vorteil von Starlock: Egal ob Ihre Maschine von Bosch, FEIN oder einem anderen Hersteller kommt – das Zubehör ist übertragbar. Wer also heute mit einem vernünftigen Set startet, investiert in Zubehör, das auch dann noch passt, wenn die Maschine irgendwann getauscht wird. Alle Säge- und Zubehörkategorien finden Sie übrigens direkt im Shop – und wer noch unsicher ist, schaut zuerst in die Aufnahmeklasse seiner Maschine und wählt dann passend auf.
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